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Über das Projekt

Während die Bemühungen um die museale Zugänglichkeit der noch erhaltenen historischen Industriebetriebe in Thüringen allgemein anerkannt sind, steckt die Umnutzung leerer und brachliegender Industriearchitekturen, gemessen an europäischen Maßstäben, noch in den Kinderschuhen. In den größeren Städten existieren erfolgreiche Beispiele, wie der Zughafen in Erfurt, das Lichthaus-Kino in Weimar oder das Trafo in Jena und auch abseits der Städtekette finden sich immer wieder Akteurinnen und Akteure, die das (lohnende) Abenteuer Industriekultur angehen wollen.

Die in großer Zahl vorhandenen Zeugen der Vergangenheit Thüringens als industrielles Flächenland sind auch in Hinblick auf die demografische Entwicklung und den Tourismus von großer Bedeutung. Im Ringen um junge Familien, motivierte Fachkräfte, Metropolen-Flüchtlinge und „Rückkehrer“ ist Thüringen darauf angewiesen, die Maßstäbe urbanen Lebens wahrzunehmen und deren Erfordernisse in den Städten umzusetzen. Für eine Kaffeehaus- und Craft-Bier-Kultur, für wiederauflebendes Handwerk und urban food, für die Sozio- und Start-up-Kultur, Designer und Web-Gestalter, alternative Wohnprojekte oder Kita-Modelle sind genau diese in der Provinz bis heute so missachteten Gebäude unverzichtbar. Für einen an europäischen Metropolen geschulten Städtetourismus sowieso.

Industriekultur ist mehr als die museale Aufarbeitung und Präsentation von Industriegeschichte. Genauso wichtig ist es, Geschichte von Architektur und Industrie an den jeweiligen originalen Schauplätzen mit neuen Nutzungen wieder mit Leben zu füllen und dadurch erlebbar zu machen.

Die Plattform www.kulturfabriken.eu will diese Entwicklung fördern, junge Menschen ermutigen und einen Schaufenster bieten, um den Bestand und die Aktivitäten der Thüringer Industriekultur überregional sichtbar zu machen.